Neues Jahr, neue Website

July 5, 2021

Eine neue Website musste her. Schon lange. Aber bei den meisten Freelancern:innen ist es dasselbe wie bei Agenturen: Wenn es um das eigene Business geht ist es aus mit der großartigen Konzeption. Schluß mit den guten Designs und der Text will einem schon dreimal nicht von der Hand gehen. Jetzt war aber das Ende der Schmerzgrenze erreicht und ich habe mich mal wieder mit dem Thema Website beschäftigt. Und zwar mit meiner eignen. Die Ergebnisse sind hier zu sehen und die Erkenntnisse die ich dabei erworben habe, möchte ich gerne teilen.

Website-Tools und Systeme für Selbständige

Eigentlich geht es bei allen Systemen immer um die gleichen Fragen: Wie fit bist du im Umgang mit Systemen im Allgemeinen und wieviel Spaß hast du daran deine eigenen Seiten mit Content zu bespielen. Möchtest du eine einfache digitale Visitenkarte, oder möchtest du viel schreiben und viel veröffentlichen?

Ausgehend von diesen Parametern, kannst du dich für eines der folgenden Systeme entscheiden:

Es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten. Alle hier angeschauten Systeme benötigen keine Installation auf einem Server, weswegen ich TYPO3, Contao, Joomla, etc. hier nicht mit in Betracht ziehe.

Einfache Baukasten-Systeme

Wenn du ein absoluter DAU bist was den Umgang mit Systemen betrifft so rate ich dir dringend einen der einfachen Website-Builder, Baukasten-Systeme zu nutzen. Das sind z.B. Jimdo oder Wix. Damit kannst du dir schnell und einfach eine Website erstellen. Es gibt jede Menge Beispiele und vorgefertigte Templates, du musst dann „nur“ noch deine Bilder, deinen Text und dein Logo einfügen und schon ist die Seite fertig. Hier spielt natürlich auch mit rein, wieviel Lust du hast dich mit Systemen zu beschäftigen. Hast du keine Lust dazu, ab und zu auf deiner Website Änderungen vorzunehmen, neue Texte, neue Seiten zu erstellen, und hast du keine Lust jemanden zu bezahlen, der dich dabei unterstützt, dann ist das deine Welt, dann bist du hier gut aufgehoben.

Alle erforderlichen Updates die die Seite am Leben erhalten, werden von den Anbietern übernommen, darum musst du dich nicht kümmern. Du erhältst außerdem hilfreiche Tipps im Bereich SEO und Unterstützung dabei, wie deine Seite sichtbar wird. Je nachdem wie deine Ziele sind, kostet das ein paar Euro zusätzlich oder ein weiterer Dienstleister wird eingebunden, aber ey! Dafür bist du immer aktuell. Die Kosten für diese Pakete starten bei 120 Euro pro Jahr und sind auch skalierbar, wenn du bspw. einen Online-Shop eröffnen möchtest oder dein Business auf das nächste Level geht. Sie bieten außerdem die rechtliche Basis mit an, mit bspw. rechtssicheren Texten und um DSGVO musst du dich auch nicht kümmern.

Jimdo, WIX und Co sind also was für dich wenn:

Wer es einfach und übersichtlich mag und trotzdem nicht auf Usability und Design verzichten möchte, ist hier gut aufgehoben.

Ich war lange bei Jimdo, habe Jimdo dann aber wegen folgenden Punkten verlassen:

Wordpress (Open Source)

Ich sah immer öfter das Wordpress genutzt wurde, natürlich vor allem für Blogs, aber auch zunehmend für Websites. Die meisten Webseiten werden rein statistisch betrachtet als Wordpress Seiten betrieben. Um es gleichmal vorwegzunehmen: ICH HASSE WORDPRESS. Am Anfang war ich noch hoch motiviert und mein Blog Rosagold läuft auch weiterhin über Wordpress. 1und1 bietet Wordpress ebenfalls an und so konnte die Domain auch einfach verknüpft werden. Die Grundfunktionen des Blog-Moduls sind gut und tun was sie sollen. ABER: Für mich ist die Nutzung von Wordpress jenseits von jeder Usability, die ich von einem Tool zum Erstellen von Web-Content erwarte. Ach ja, ich höre schon den Aufschrei da draußen. Ist mir aber egal.  

Wer keine Ahnung von Programmierung hat, der nimmt sich bei Wordpress eines der sogenannten Themes. Die gibt es zu 100tausenden und für jeden Business Case gibt es das passende. Dieses Theme zieht man sich dann auf seine Wordpress-Instanz und los geht es. Das Theme kann dann auf die eigenen Bedürfnisse individualisiert werden und mit Content und Bildern gefüllt werden. Die meisten Themes (oder vielleicht diejenigen die mir gefallen haben?), haben aber Upgrade-Versionen, wie du es vielleicht durch In-Apps-Käufe kennst. Das bedeutet immer dann, wenn du an deine Grenzen stößt und bspw. die Schriftart ändern möchtest oder eine bestimmte Corporate-Farbe anpassen möchtest und du das aber nicht tun kannst, stößt du auf eine Bezahlt-Version und kannst bei einer dafür zuständigen Agentur das Theme mit erweiterten Anpassungsmöglichkeiten erwerben. Der Preis hierfür fängt an ab ca. 50 Euro an kann aber bis 200 Euro gehen. Das ist natürlich legitim, denn schließlich wurde es von einem Webdesigner erstellt. Oftmals stehen dahinter auch größere Anbieter (zu denen ich auch raten würde). Man bezahlt also einmalig das Theme und erhält Zugang zu einer erweiterten Version und kann somit die eigene Seite noch stärker individualisieren, wie z.B. die erwähnte Corporate Farbe zum Einsatz bringen.

Zusätzlich zu den Themes gibt es noch unzählige Plugins, die man sich downloaden und die in seine Wordpress Instanz einbinden kann. Das sind zum Beispiel Social Media Plugins, Sticky Header Plugins, oder Bilder-Galerien. Auch hier kann es sein, dass du eine Basis-Version erhältst die alle erforderlichen Funktionen erfüllt und eine Bezahlt-Version mit weiteren Funktionen, die als Upgrade erhältlich ist. Manche Plugins arbeiten auf Spenden-Basis. Die Anzahl der Plugins ist riesig und alleine schon sich bei einer bestimmten Aufgabenstellung zu überlegen WELCHES der Plugins man nutzt, hat mich regelmässig überfordert.

Um in Wordpress einigermaßen arbeiten zu können, müssen Themes und Plugins genutzt werden

Problem ist für mich aber in beiden Fällen: Ich habe keine Ahnung wer das Theme erstellt hat und wer das Plugin erstellt hat. Ich kenne die Quelle zwar namentlich, aber über die Qualität und Zuverlässigkeit weiß ich nichts und kann es auch nicht beurteilen. Auch weiß ich nicht ob dabei auf rechtliche Rahmenbedingungen geachtet wurden.

Wordpress ist also etwas für dich, wenn du:

Wordpress ist nichts für dich, wenn du:

Ich habe gerade mal (wieder) auf meiner Wordpress Website geschaut. Aktuell liegen 21 (!!!!) Aktualisierungen vor, 8 Aktualisierungen betreffen Plugins die ich nutze oder genutzt habe, und Themes, die ich nutze oder mal genutzt habe. Jetzt muss ich also meinen Blog durchforsten, ob mein Theme von einem Update betroffen ist und welches der Plugins (und ob ich dieses überhaupt noch nutze). Und Wordpress selbst erhält auch regelmässig Updates.

DAS. MACHT. MIR. KEINEN. SPASS.

Apropos Updates: Manchmal ist es auch nicht gut das Update sofort durchzuführen, da es sein kann das Bugs enthalten sind. Du solltest also schon ein bißchen beurteilen können, ob du das Update gleich machst oder noch wartest, oder zumindest jemanden kennen der sich damit auskennt (btw. ich kenne da jemand der dir dabei helfen kann, wenn du überfordert bist damit, schreib mich einfach an).

Mein Bezahlt-Theme (70 Euro) ging übrigens beim letzten Update über die Wupper und ich wurde wieder auf eine Basis-Version gesetzt. Wahrscheinlich ein Anwendungsfehler, aber eigentlich ist mir das egal. Vielleicht hätte ich die Lizenz erneuern müssen, sprich erneut bezahlen müssen, was auch Ok gewesene wäre, hätte man mich danach gefragt. Ich nutze jetzt nur noch die Grundversionen mit kostenlosen Themes und nehme dafür in Kauf, dass mein Blog immer wieder anders aussieht. Der Inhalt zählt.

Wordpress ist wartungsintensiv und dabei wenig intuitiv. So sehe ich das.

Wie geht es jetzt weiter. Du liest diese Zeilen und denkst: Sie hat recht. Ich kann Wordpress auch nicht mehr sehen. Du bist ebenfalls genervt von den Updates und Usability kennst du nur vom Hörensagen?

Dann hast du jetzt folgende Möglichkeiten: Du gehst zurück zum Anfang und wechselst zu einem der oben genannten Website-Baukastensysteme (ich war da jetzt übrigens auch kurz davor zu Jimdo zurückzukehren), oder du versuchst was Neues, sowie ich es gemacht habe.

Als weitere Alternative gibst du deine Website komplett an einen Dienstleister ab, der ab sofort die Updates macht und sich um deine Website kümmert, ganz nach deinen Wünschen. Das kann dann Wordpress sein oder aber je nach Größe deines Projektes ein Content Management System wie Typo3, Contao oder ein anderes CMS. Mit welchen Kosten du hier zu rechnen hast, das ist eigentlich wieder ein eigener Blogbeitrag, vielleicht schreibe ich hier bald mal was dazu.

Ich zeige euch jetzt für was ich mich entschieden habe.

Tataaa: Ich präsentiere - Webflow

Als Projektleiterin im Digitalbereich kenne ich mich mit Websites aus und viele Begriffe sind mir von Gesprächen mit Frontend-Designern bekannt. Ich habe auch immer eine ganz gute Idee davon, wie etwas aussehen soll, wie es funktionieren soll. Der eine oder andere Designer:in mit denen ich zusammenarbeite, wird jetzt genervt die Augen nach oben verdrehen. Ich denke in Funktionen und ich denke auch in visuellen Feedbacks, die ich als Benutzer erwarte. Soweit so gut. Im letzten November lernte ich einen jungen Frontend-Designer kennen, der mit Webflow arbeitet und damit schnelles Prototyping betreibt. Das fand ich interessant und als es jetzt wieder um die Neuerstellung meiner Website ging, habe ich mir das System und damit erstellte Websites angeschaut. Und bin begeistert.

Webflow ist ein Wysiwyg-Editor mit HTML und angebundenem CSS und Java Script. Einfache Websites sind superschnell erstellt und wer wie ich Ambitionen hat Schriften, Farben, Bilder zu ändern oder einen Blog zu betreiben, kann das auf einer hohen individuellen Niveau tun. Über die Webflow-Academy lernt man schnell entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Alles ist super intuitiv und die Oberfläche macht richtig Spaß darin zu arbeiten. Wenn du eine Sticky Navi haben möchtest, findest du schnell die Anleitung wie du dir eine solche bauen kannst. Animierter Content ist kein Problem, du musst dich zwar reinfinden, aber wenn du es mal verstanden hast macht es Spaß zu überlegen welche Effekte du für was nutzen kannst. Die Navigation im Projekt ist einfach und intuitiv. Es gibt auch die Möglichkeit „Bausteine“ zu erstellen, die du dann an verschiedenen Stellen einsetzen kannst. Änderst du den Master, ändert sich das an all den Stellen, wo du diesen einsetzt, das gilt ebenso für die Content-Elemente, für die du eine Klasse vergeben hast. Viele Webflow Designer zeigen ihre Layouts und Funktionen offen, sodass du nachschauen kannst wie das Projekt gebaut ist. Der Individualisierung sind keine Grenzen gesetzt und ein Blog-Modul ist auch mit eingebunden. Ich weiß nicht, wie der Code aufgebaut ist, aber das ist mir auch egal. Solange es gut aussieht und das ist bei Webflow einfach sicherzustellen, passt es für mich und den Code sehe ich bei Wordpress auch nicht, bzw. kann ich nicht beurteilen. Die Wartung des Systems wird von Webflow übernommen, ich muss mich also nicht um irgendwelche PHP- oder sonstige Updates kümmern. Ich zahle 160 $ für die Nutzung im Jahr. Dazu kommt noch eine Bezahlt-Version für die DSGVO Rechtskonformität, die ich mir leiste. Aber alle anderen Systeme kosten auch.

Für das Geld erhalte ich folgendes:

Klar kann es auch hier passieren, dass Webflow von … keine Ahnung … bspw. von Adobe gekauft und zerstört wird. Aber so ist das Leben und so ist das Internet. Aktuell bin ich super happy mit meiner neuen Website und ich könnte gerade weiter basteln und muss aufpassen das ich die Seite nicht überlade mit Interaktion und Animation. Alles was ich tun wollte, konnte ich tun. Auch meine bei 1und1 registrierte Domain verbinden.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie euch meine Website gefällt und freue mich über euer Feedback.

Herzliche Grüße

Gabriele

Schnelle Übersicht über die Systeme

Website Baukasten wie Jimdo, Wix und Co

PRO

Contra

Wordpress

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Webflow

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Contra

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